Chiro&Co Beschwerden Beanspruchung Bandscheibe

Beschwerden im Bereich der Bandscheiben

Was ist eigentlich eine Bandscheibe?
Die Bandscheibe unterstützt die Wirbelkörper in ihren Bewegungen und hilft dabei den Druck zwischen den Wirbelkörpern gleichmäßig zu verteilen. Vereinfacht handelt es sich bei einer Bandscheibe um eine flache, bohnenförmige Struktur mit einem weichen Kern, welcher von einem festen Faserring umschlossen ist.

Durch die tägliche Beanspruchung der Bandscheibe nutzt sich diese im Laufe der Jahre immer weiter ab, was zu einer geringeren Elastizität und Höhe führt. Dabei kommt es dazu, dass der Faserring aufgrund von wiederholten Überlastungen langsam seine Stabilität verliert und der weiche Kern nicht mehr richtig umschlossen wird.

Kommt es zu einer gesteigerten Beanspruchung des Faserrings, kann dieser beschädigt werden und der Gallertkern, welcher eine Geleeartige Konsistenz aufweist, kann aus seiner Einfassung hinausgedrückt werden. Bei solch einem Phänomen handelt es sich dann um einen Bandscheibenvorfall.

Das nächste Mal wenn Sie einen Berliner-Krapfen kaufen, drücken Sie diesen einfach ein paar Mal. Zu Beginn verformt er sich und wir flacher aber irgendwann wird die Füllung rausgedrückt. Ähnlich ist es mit den Bandscheiben, nur, dass die Füllung keine Sauerei, sondern Schmerzen verursachen kann.

Eine vielleicht positiv erscheinende Nachricht. Ab einem gewissen Alter hat der weiche Kern einen Großteil seiner Flüssigkeit und damit auch Elastizität verloren, so dass im höheren Alter Bandscheibenvorfälle kaum noch vorkommen. Rückenschmerzen sind dann meistens die Folge von Abnutzungserscheinungen der Bandscheiben sowie der Wirbelgelenke und daraus resultierender Knochenanbaus, welcher wiederum auf die Nerven drücken kann.

Bandscheibenvorfall: Was sind die Ursachen und Risikofaktoren?
Die Ursache eines Bandscheibenvorfalls ist meist ein alters- und belastungsbedingter Einriss des Bindegewebsrings der Bandscheibe.

Zu Beginn wird dies nicht von Beschwerden begleitet. Erst wenn die äußeren Fasern in Mitleidenschaft gezogen werden, erleben wir unsere ersten Hexenschüsse. Diese Schmerzen entwickeln sich zu Beginn meist wieder zurück.

Der Faserring verliert jedoch langsam seine stabilisierende Funktion und reißt irgendwann komplett. Der Gallertkern kann teilweise austreten und dann auf eine Nervenwurzel oder das Rückenmark drücken. Erst dieser Druck auf die Nervenwurzel, häufig in Verbindung mit einer lokalen Entzündung des umgebenden Gewebes, verursacht die Beschwerden eines Bandscheibenvorfalles.

Der beste Weg, um seine Bandscheiben langfristig zu überlasten und einen Bandscheibenvorfall zu entwickeln, sind viele wiederholte Beugebewegungen in Verbindung mit einer Drehung und dies vor allem am Morgen. Beispiel hierfür ist das Hochheben der Schuhe oder sonstiger, meist leichter Objekte, welche auf dem Boden liegen.

Nur in seltenen Fällen kommt es bei starken Belastungen, wie beispielsweise ein Treppensturz oder ein Verkehrsunfall, zu Bandscheibenvorfällen.

Welche Beschwerden kann ein Bandscheibenvorfall auslösen?
Zieht ein Bandscheibenvorfall Symptome nach sich, dann kann dies ein Zeichen dafür sein, dass die deplatzierte Bandscheibe gegen einzelne Nerven oder das Rückenmark drückt.

Symptome, die bei einem Bandscheibenvorfall auftreten können, sind:
Schmerzen in der betroffenen Region der Wirbelsäule
ausstrahlende Schmerzen, zum Beispiel in den Arm oder in das Bein, welches von der Nervenwurzel versorgt wird, die die Bandscheibe berührt
teilweise Steigerung der Symptome bei Husten und Niesen
Muskelschwächen bis hin zu Lähmungserscheinungen
Taubheitsgefühle
Empfindungsstörungen (Sensibilitätsstörungen)
Störungen der Reflexe
Spannung im Nervensystem und damit einhergehende Schonhaltungen

Symptome treten jedoch nicht immer auf!
Generell wird ein Bandscheibenvorfall meist mit Schmerzen oder Lähmungen in Verbindung gebracht, jedoch treten diese nicht immer zwingend auf. Es kommt darauf an, auf welche Strukturen die Bandscheibe drückt. So kann es sein, dass Bandscheibenvorfälle zufällig im Rahmen einer MRT oder CT Untersuchung festgestellt werden.

Osteopathische und chiropraktische Behandlungen bei Bandscheibenproblemen – hilft das?
Die Osteopathie und Chiropraktik sind ganzheitliche Behandlungskonzepte mit erfolgversprechenden und schonenden Behandlungen sowie einem breiten Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. Die Osteopathie und Chiropraktik beschreiben eine ganzheitliche und manuelle Heilmethode, die darauf abzielen, nicht die Symptome, sondern die Ursachen einer Krankheit oder eines Beschwerdebildes zu behandeln.

Unsere Therapeuten arbeiten größtenteils und teilweise ausschließlich mit den Händen, mit welchen sie den Beschwerdebereich untersuchen gegeben falls eine Diagnose stellen und anschließend die Ursachen der Beschwerden behandeln.

Im Anschluss folgt eine körperliche Untersuchung, bei der die Therapeuten unter anderem durch Abtasten die Symptome untersuchen somit Aufschluss über die Ursache erhalten.

Da jeder Körper auf die Behandlungen anders reagiert, passen die Therapeuten die Art der Behandlung auf jeden Patienten individuell an. Während bei einigen Patienten bereits wenige Behandlungen ausreichend sind und zur Besserung des Problems führen, benötigen andere Patienten und Beschwerden mehrere Sitzungen.

Ich brauche doch (k)ein MRT!?
Ich möchte hier nur den derzeitigen Stand der Wissenschaft wiedergeben. Wichtig ist, dass es keine pauschale Handlungsempfehlung ist und keine individuelle Untersuchung ersetzt.

Die deutsche Nationale Versorgungsleitlinie besagt, dass: „Bei akuten und wiederkehrenden Kreuzschmerzen ohne relevanten Hinweis auf gefährliche Verläufe oder andere ernstzunehmende Pathologien in Anamnese und körperlicher Untersuchung keine bildgebende Diagnostik durchgeführt werden soll.“ Des Weiteren empfiehlt die Richtlinie, dass „die Wiederholung der Bildgebung ohne relevante Änderung des klinischen Bildes nicht erfolgen soll.“ Diese Empfehlung bezieht sich vor allem auf Beschwerden, welche ohne Trauma aufgetreten sind und nicht von Kraftminderungen oder Sensibilitätsstörungen begleitet sind.

Große angelegte Untersuchungen haben gezeigt, dass auch viele Patienten ohne Rückenbeschwerden Veränderungen bei einer MRT Untersuchung aufweisen. So zeigen bereits 37% der 20-jähringen im Laufe des Lebens steigend bis 96% der 80-jähringen Verschleißerscheinungen der Bandscheiben. Bandscheibenvorfälle können bei Patienten ohne Beschwerden bereits bei 29% der 20-jähringen steigend bis 43% der 80-jähringen nachgewiesen werden. (Brinjikji, Luetmer, et al. 2015)

Eine MRT Untersuchung ist jedoch nicht irrelevant. Menschen, welche an Beschwerden des Rückens leiden, zeigen zu einem höheren Prozentsatz Veränderungen der Wirbelsäule auf, als diejenigen, welche keine Beschwerden haben. Es gibt auch Fälle, in denen ein MRT zum Ausschluss von ernsthaften unterliegenden Probleme oder zum Vorbeugen von bleibenden Schäden von Nöten ist. Bevor man ein MRT anfertigt lässt, sollte man ein ausführliches Gespräch mit einem Therapeuten oder Arzt geführt sowie sich einer gründlichen körperlichen Untersuchung unterzogen haben. Ein MRT sollte nur den Verdacht bestätigen.

Wenn wir eine MRT Untersuchung durchführen lassen, sollten wir uns bewusst machen, dass im Laufe des Lebens Veränderungen der Wirbelsäule die Regel sind. Diese Veränderungen müssen nicht die Ursachen der Beschwerden sein, uns aber emotional belasten, was wiederum mit einer schlechteren Heilungsprognose einhergeht. So haben Untersuchungen gezeigt, dass eine frühzeitige MRT-Untersuchungen zu länger anhaltenden Einschränkungen/Schmerzen führen kann, höhere Behandlungskosten verursachen und regelmäßiger zu Operationen führt. (Rao et al., 2018) Deutschland ist Spitzenreiter in Europa, wenigstens im Hinblick auf die Häufigkeit von MRT-Untersuchungen. (Quelle: statista.com 2020)

REFERENZEN

Brinjikji, W., Diehn, F. E., Jarvik, J. G., Carr, C. M., Kallmes, D. F., Murad, M. H., and Luetmer, P. H., 2015. MRI Findings of Disc Degeneration are More Prevalent in Adults with Low Back Pain than in Asymptomatic Controls: A Systematic Review and Meta-Analysis. American Journal of Neuroradiology [online], 36 (12), 2394–2399. Available from: http://www.ajnr.org/lookup/doi/10.3174/ajnr.A4498.

Brinjikji, W., Luetmer, P. H., Comstock, B., Bresnahan, B. W., Chen, L. E., Deyo, R. A., Halabi, S., Turner, J. A., Avins, A. L., James, K., Wald, J. T., Kallmes, D. F., and Jarvik, J. G., 2015. Systematic Literature Review of Imaging Features of Spinal Degeneration in Asymptomatic Populations. American Journal of Neuroradiology [online], 36 (4), 811–816. Available from: http://www.ajnr.org/lookup/doi/10.3174/ajnr.A4173.

Foster, N. E., Anema, J. R., Cherkin, D., Chou, R., Cohen, S. P., Gross, D. P., Ferreira, P. H., Fritz, J. M., Koes, B. W., Peul, W., Turner, J. A., Maher, C. G., Buchbinder, R., Hartvigsen, J., Cherkin, D., Foster, N. E., Maher, C. G., Underwood, M., van Tulder, M., Anema, J. R., Chou, R., Cohen, S. P., Menezes Costa, L., Croft, P., Ferreira, M., Ferreira, P. H., Fritz, J. M., Genevay, S., Gross, D. P., Hancock, M. J., Hoy, D., Karppinen, J., Koes, B. W., Kongsted, A., Louw, Q., Öberg, B., Peul, W. C., Pransky, G., Schoene, M., Sieper, J., Smeets, R. J., Turner, J. A., and Woolf, A., 2018. Prevention and treatment of low back pain: evidence, challenges, and promising directions. The Lancet [online], 391 (10137), 2368–2383. Available from: https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0140673618304896.

McGill, S., 2015. Low Back Disorders: Evidence-Based Prevention and Rehabilitation. 3. Human Kinetics Publishers.

National Institute for Health and Care Excellence, 2016. Low back pain and sciatica in over 16s: assessment and management, NICE guideline [NG59] [online]. Available from: https://www.nice.org.uk/guidance/ng59/chapter/Recommendations [Accessed 5 Feb 2021].

Rao, D., Scuderi, G., Scuderi, C., Grewal, R., and Sandhu, S. J., 2018. The Use of Imaging in Management of Patients with Low Back Pain. Journal of Clinical Imaging Science [online], 8, 30. Available from: https://clinicalimagingscience.org/the-use-of-imaging-in-management-of-patients-with-low-back-pain/.

Rittner, H., Hasenbring, M., Wessels, T., and Geldmann, P., 2017. Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz Kurzfassung [online]. Available from: https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/kreuzschmerz/kreuzschmerz-2aufl-vers1-kurz.pdf [Accessed 7 Feb 2021].

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